Essen – Do's and Don'ts
Preisgünstig: Etwas Bezahlbares für jeden und jede, alle müssen dabei sein können Unkompliziert und einladend Liebevoll: Appetitlich angerichtet, freundlich verteilt Gesund: Frisch gekocht, nicht zu fett, nicht zu süß – und schmecken muss es Ganz wichtig: Toleranz Gäste einbeziehen: Wer mitisst, darf mitreden Einschränkungen und kulturelle Besonderheiten müssen respektiert werdenDie folgenden Punkte sind wichtig, damit das Essensangebot angenommen wird, beim Essen gute Stimmung herrscht und die Besucher und Besucherinnen Lust darauf bekommen, sich auch selbst einzubringen.
Preisgünstig: Etwas Bezahlbares für jeden und jede, alle müssen dabei sein können
Essen kann nur selten kostenlos angeboten werden. Wenn dafür bezahlt werden muss, gilt: Jeder und jede soll sich ein Essen im Mehrgenerationenhaus leisten können. Weil kleine Kinder und auch manche Ältere nur kleine Portionen möchten, sollte es auch halbe Portionen (zum halben Preis) geben. Um allen möglichst gerecht zu werden, hilft oft eine Preisstaffelung, zum Beispiel Rabatte für Familien und Azubis, kostenloses Essen für Kinder unter 3 Jahren. Natürlich müssen die Kosten gedeckt sein. Vielleicht würden manche Besucher und Besucherinnen etwas mehr bezahlen? Essen ist auf jeden Fall so ein wichtiger Bestandteil eines MGH, dass es am fehlenden Geld der Besucher und Besucherinnen nicht scheitern darf. Deshalb sollte man überlegen, ob man das Essen vielleicht quersubventioniert, also aus einem anderen Bereich etwas zuschießt.
Unkompliziert und einladend
Ideal ist es natürlich, wenn man einfach kommen und mitessen kann. Bei regelmäßigen Angeboten, die Planung erfordern, wie verbindliche Mittagstische für Schüler und Senioren ist oft eine verbindliche Anmeldung nötig. Aber auch hier soll das Mitessen so viel Spaß machen und gemütlich sein wie das Essen zu Hause. Auch wenn eine Anmeldung erforderlich ist, sollten neue Besucher, die kein Essen gebucht haben, nicht abgewiesen werden: Zumindest sollte man ihnen das System erklären und sie einladen, sich einfach dazu zu setzen. So können sie schon einmal die Stimmung beim Mittagstisch unverbindlich erleben und mit Glück bleibt etwas zum Probieren übrig.
Liebevoll: Appetitlich angerichtet, freundlich verteilt
Das Auge isst mit und das Herz freut sich über ein freundliches Küchenteam. Egal, ob das Essen mehr kostet, ganz billig ist, oder kostenlos ausgegeben wird: Es sollte auf gutem Geschirr schön angerichtet sein, Servietten dürfen nicht fehlen, auch Blümchen auf dem Tisch und Tischdecken tragen zum positiven Gesamteindruck bei. Das hebt die Stimmung am Tisch, die Gäste kommen gerne wieder und auch bei kostenloser Verpflegung in ärmeren Gegenden werden sie sich nicht bedürftig vorkommen. Essen ist mehr als nur Nahrungsaufnahme: Es ist ein wichtiger Bestandteil des Tages, der vielen Menschen Struktur gibt: Um die Besucher und Besucherinnen auf das Essen einzustimmen, empfiehlt sich ein Ritual, zum Beispiel ein Tischspruch oder ein gemeinsames Lied.
Gesund: Frisch gekocht, nicht zu fett, nicht zu süß – und schmecken muss es
Die wichtigsten Regeln für gesundes Essen lauten: Frisches Gemüse und Obst, frisch gekochte Speisen, kaum Konserven, wenig Zucker. Wichtig ist dabei immer, dass das Essen schmeckt. Deshalb gilt: Nicht zu sehr auf Vollwertkost versteifen (keine staubtrockenen Vollkorngerichte), sondern nach Gerichten suchen, die gesund sind und schmecken. Bedenken Sie auch, dass nicht alle Menschen exotische Speisen aus fernen Ländern mögen. Mehr unter Tools (10 Regeln der Deutschen Gesellschaft für Ernährung)
Ganz wichtig: Toleranz
Was ist der Unterschied zwischen einem Nobelrestaurant und einem Mehrgenerationenhaus? Im Mehrgenerationenhaus dürfen alle so sein, wie sie sind! Kinder dürfen auch laut sein und kleckern, ohne dass sie gleich streng angeschaut werden. Und auch, wenn bei hilfebedürftigen älteren Menschen etwas daneben geht, rümpft keiner die Nase. Tipp: Am Tisch gezielt Stammgäste platzieren, die die sich um kleine Kinder oder hilfebedürftige ältere Menschen kümmern.
Gäste einbeziehen: Wer mitisst, darf mitreden
Nach Möglichkeiten sollten bei der Gestaltung des Speiseplans die Wünsche und Vorlieben der Gäste berücksichtigt werden. Bei kleineren Essensgruppen kann man direkt mit den einzelnen Gästen reden und sie nach ihren Wünschen befragen. Bei größeren Gruppen oder häufig wechselnden Besuchern ist ein Wunschbriefkasten für das Essen eine gute Lösung: Hier können die Besucher Zettel einwerfen, auf denen steht, was sie gerne mal zum Essen hätten, was es öfter geben sollte oder was ihnen überhaupt nicht geschmeckt hat.
Einschränkungen und kulturelle Besonderheiten müssen respektiert werden
Natürlich können in einem Mehrgenerationenhaus nicht alle Essenswünsche erfüllt werden und nur sehr große Häuser können verschiedene Gerichte zur Auswahl anbieten. Aber alle Besucher haben ein Recht darauf, dass ihre Ernährungsgewohnheiten – sei es nun aus kultureller, religiöser oder gesundheitlicher Sicht – respektiert werden. Tipp: Hängen Sie im Haus Essenspläne aus (siehe auch bei Tools), in welchen die Speisen möglichst genau beschrieben sind, zum Beispiel, ob sie Schweinefleisch enthalten. Erklären Sie den Gästen mit Einschränkungen oder Besonderheiten, was in den Speisen enthalten ist und welche Gerichte sie bedenkenlos essen können.







