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Essen – Für wen?

Kleine Kinder Schüler Jugendliche Erwachsene: Junge Erwachsene und mittlere Generation Aktive ältere Menschen Hilfe- oder pflegebedürftige ältere Menschen

Essen ist in einem Mehrgenerationenhaus ein wichtiges Angebot, das sich für alle Besuchergruppen eignet und im Idealfall auch für alle angeboten wird. Im Folgenden beschreiben wir die verschiedenen Zielgruppen und ihre Besonderheiten in Bezug auf das Essen bzw. die Organisation des Angebotes. Essen ist so wichtig, weil es ein niedrigschwelliges Einstiegsangebot für verschiedenste Besuchergruppen ist und man mit Essen verschiedenste Besuchergruppen gezielt in das Haus holen kann.

Kleine Kinder

Essen für kleine Kinder wird in Mehrgenerationenhäusern meist im Rahmen einer regelmäßigen oder flexiblen Kinderbetreuung oder für Eltern (meist Mütter) und Kinder angeboten. Wenn bisher nur Essen für Kinder angeboten wird, sollte überlegt werden, wie das Angebot erweitert werden kann, zum Beispiel durch die Einbeziehung von Senioren. Viele Senioren freuen sich über Kontakt mit Kindern und bringen sich dabei gerne ein. Möglich ist auch eine Erweiterung auf Schüler aus den umliegenden Schulen. Bei Essensangeboten für kleine Kinder sind kleinere Portionen wichtig.

Schüler

Bei Essensangeboten für Schüler gibt es zwei wesentliche Varianten: Den Mittagstisch mit vorheriger Anmeldung und den Mittagstisch, zu dem Schüler auch spontan kommen können. Eine Anmeldung hat – neben der besseren Planbarkeit des Essens – auch den Vorteil, dass man die Eltern informieren kann, wenn ein Schüler nicht auftaucht. Doch auch kostenlose offene Angebote können von großem Nutzen sein, denn viele Schüler streifen nach der Schule einfach herum und genau für sie ist das Mehrgenerationenhaus eine gute Anlaufstelle. Auch in diesem Fall sollte man die Namen der teilnehmenden Schüler abfragen und notieren. Schüler lassen sich auch gut zum Helfen einbeziehen, zum Beispiel beim Tisch decken. Positiv ist es, wenn sie in einem gewissen Rahmen mitsprechen dürfen – zum Beispiel indem sie sich gelegentlich ein Essen wünschen dürfen.

Jugendliche

Bei Jugendlichen stellt sich zunächst die Frage, ob sie an einem Mittagsangebot überhaupt teilnehmen können. Viele haben entweder lange Schultage oder sind in Ausbildung. In Gegenden mit hoher Jugendarbeitslosigkeit hingegen kann ein Essensangebot für Jugendliche sehr sinnvoll sein, vor allem, wenn die Jugendlichen nicht nur Konsumenten sind, sondern auch in die Arbeit einbezogen werden – eventuell sogar im Rahmen einer Qualifizierung. Ein Ehrenamtsnachweis oder eine Praktikumsbescheinigung ist für arbeitslose Jugendliche oft eine gute Motivation, weil das bei der Suche nach Arbeit oder einer Lehrstelle Pluspunkte bringen kann.

Erwachsene: Junge Erwachsene und mittlere Generation

Von diesen Altersgruppen besuchen in der Regel vor allem Mütter ein Mehrgenerationenhaus. Für sie ist es in erster Linie wichtig, dass sie sich beim Essen mit anderen treffen und austauschen können. In vielen Häusern werden leider Väter nicht angesprochen und auch Berufstätige (Eltern oder auch allein stehende) kommen oft zu kurz. Gute Angebote für diese beiden Gruppen sind zum Beispiel Vater/Kind-Frühstücke oder ein Brunch für Berufstätige am Samstag.

Aktive ältere Menschen

Aktive Senioren nehmen Essensangebote oft dankbar an und viele beteiligen sich darüber hinaus gerne mit großem Engagement bei der Arbeit an einem solchen Angebot. Doch trotz aller guten Vorsätze kann es manchmal Schwierigkeiten geben, wenn Senioren zusammen mit Kindern oder Jugendlichen an einem Tisch sitzen, zum Beispiel weil sie sich von deren Lärm gestört fühlen. Deshalb sollte das Team des Mehrgenerationenhauses ein offenes Ohr für Klagen haben und gemeinsam mit den Beteiligten überlegen, was man tun kann.

Hilfe- oder pflegebedürftige ältere Menschen

Für ältere Menschen, die trotz Hilfebedürftigkeit noch in ihrer eigenen Wohnung leben, kann ein verbindlicher Mittagstisch in einem Mehrgenerationenhaus ein großartiges Angebot sein, bei dem sie neben Essen auch Ansprache bekommen und Abwechslung erleben. Und auch für ihre Angehörigen ist es eine große Entlastung. Die Frage ist, wie die älteren Menschen in das Mehrgenerationenhaus kommen. Falls sie keine Familienangehörigen haben, die sie bringen können, könnte das Mehrgenerationenhaus einen Fahrdienst einrichten oder Freiwillige als Paten benennen, die sie von zu Hause abholen, wieder heimbringen und sich während ihrer Zeit im Mehrgenerationenhaus um sie kümmern. Ein anderes wertvolles, allerdings auch aufwändiges, Essensangebot für hilfe- und pflegebedürftige ältere Menschen ist ein Lieferdienst.

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