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Essen – Spektrum

Je nach Aufwand und Verbindlichkeit

Offenes Frühstück Offener Cafébetrieb Gelegentlich oder regelmäßig gemeinsam kochen Tägliches Essensangebot mit vorheriger Anmeldung Tägliches Essensangebot über Mittag für alle Essensangebote für bestimmte Zielgruppen Das Plus: Kleinigkeiten für spontane Besucher Lieferdienst / Essen auf Rädern

Bei täglichem Mittagstisch: Wo kommt das Essen her?

Mittagstisch, der angeliefert wird Mittagstisch von Profi-Personal im Haus

Welche Organisationsformen für das Essen sind möglich?

Ausgelagert auf Grundlage einer Verpachtung Offener Essensbereich auf der Grundlage eine Gaststättenkonzession Offener Essensbereich auf der Grundlage einer Lehrküche Offener Essensbereich auf der Grundlage eines Satzungsauftrages

Essen im Mehrgenerationenhaus kann auf vielfältige Weise angeboten und organisiert werden. Die verschiedenen Varianten stellen wir Ihnen mit ihren Vor- und Nachteilen hier vor. Wesentliche Unterschiede gibt es hinsichtlich der Offenheit der Angebote – mit oder ohne Anmeldung – hinsichtlich des Preises und schließlich auch hinsichtlich der Professionalität – so sind mit einem täglichen Mittagstisch, der für alle offen ist, mehr Auflagen verbunden als z. B. mit einem Mütterfrühstück. Mehr zu den rechtlichen, steuerlichen und hygienischen Anforderungen erfahren Sie auf der Seite Recht.

Offenes Frühstück

Ein unverbindlicher Treffpunkt, wo man nur mal zu einer Tasse Kaffee vorbei kommen, sich selbst ein Frühstück mitbringen oder ein kostengünstiges Frühstück vom Haus einnehmen kann. Dieses Angebot ist für alle offen, Kinder aller Altergruppen sind willkommen. Er kann täglich oder nur an bestimmten Tagen stattfinden, besonders attraktiv ist es am Wochenende. Dieses Angebot kann schon mit einer kleinen Teeküche durchgeführt werden. Es müssen nur begrenzt Lebensmittelvorräte gelagert werden, in der Regel reicht eine Person, die das Angebot betreut.

Offener Cafébetrieb

Der Schwerpunkt liegt hier auf der unverbindlichen Möglichkeit, andere Menschen zu treffen. Angeboten wird Kuchen sowie Kaffee, Tee (auch Kräuter- oder Früchtetee), Säfte und eventuell Limonade. Gut geeignet sind auch kleine Snacks wie zum Beispiel Butterbrezen. Warme Speisen gibt es nicht. Der Kuchen kann sowohl vom Haus verkauft als auch von den Besucherinnen und Besuchern selbst mitgebracht werden. Dieses Angebot findet in der Regel am Nachmittag statt oder kann auch an das Frühstück gekoppelt werden, wenn z. B. kein Mittagsangebot möglich ist. In der Regel genügt eine Teeküche.

Gelegentlich oder regelmäßig gemeinsam kochen

Diese Variante kann sehr kostengünstig sein und entspricht dem Leitbild des Mehrgenerationenhauses am meisten: Hier werden die Besucherinnen und Besucher aktiviert, ihre Kompetenzen sind gefragt, sie kommen beim Kochen miteinander ins Gespräch und nicht zuletzt schmeckt frisch gekochtes Essen oft einfach besser als angeliefertes.

Tägliches Essensangebot mit vorheriger Anmeldung

Die Anmeldung ist wichtig, um die Belegung der vorhandenen Sitzplätze überschauen und bedarfsgerecht einkaufen und kochen zu können. Die Anmeldefrist kann unterschiedlich lang sein: Von der flexiblen Lösung mit Anmeldung am jeweiligen Tag (bis zu zwei Stunden vor dem Essen) bis hin zur Anmeldung für die ganze Woche im Voraus, was aufgrund des hohen Planungsgrades auch gut mit Bring- und Holdiensten kombiniert werden kann.

Tägliches Essensangebot über Mittag für alle

Hier wird zu bestimmten Zeiten, zum Beispiel von 12:00 bis 14:00 Uhr Essen angeboten, das die Besucher und Besucherinnen sich spontan nehmen bzw. kaufen können. Es empfiehlt sich bei Häusern mit einer hohen und einigermaßen konstanten Besucherfrequenz, wo eine realistische Schätzung möglich ist. Die Gerichte sollten sich gut in größeren Mengen herstellen und warm halten lassen.

Essensangebote für bestimmte Zielgruppen

Jenseits des Mehrgenerationenansatzes können sich bestimmte Essensangebote auch an spezielle Zielgruppen richten, zum Beispiel ein Vater/Kind-Frühstück oder ein Mittagstisch für Schüler. Das ist eine gute Möglichkeit, bestimmte Gruppen gezielt in das Haus zu holen. Auch spezielle Angebote für Vereine oder Gruppen (z. B. Selbsthilfegruppen) sind üblich.

Das Plus: Kleinigkeiten für spontane Besucher

Auch außerhalb fester Angebote sollte für spontane Besucher immer etwas da sein, zum Beispiel Getränke und Gebäck. Keiner, der kommt, soll hungrig oder durstig bleiben.

Lieferdienst / Essen auf Rädern

Ein Lieferservice ist ein tolles Angebot für Menschen, die nicht in das MGH kommen können, etwa Senioren, und eine gute Dienstleistung für die Nachbarschaft. Es ist allerdings mit viel Aufwand verbunden, denn ein Lieferservice sollte wirklich jeden Tag ausliefern, auch am Wochenende und an Feiertagen. Das erfordert sorgfältige Planung: Es müssen genügend Helfer eingeplant werden und bei kurzfristigen Ausfällen muss sehr schnell eine Vertretung bereit stehen. Mit den Empfängern muss abgesprochen werden, dass sie verbindlich bestellen und zum Zeitpunkt der Lieferung auch zu Hause sind bzw. die Türe öffnen.

Mittagstisch, der angeliefert wird

Diese Variante eignet sich gut bei größerem Bedarf und wenn im Voraus fest steht, wer an welchem Tag mitisst. Der Vorteil ist, dass man so auch mit nur einer kleinen Küche ein umfassendes, verlässliches Essensangebot vorhalten kann. Allerdings kann das Essen relativ teuer sein – je nach Region unterschiedlich. Zudem ermöglicht diese Variante kaum Flexibilität. Es bieten sich Kooperationen mit den Kantinen von lokalen Betrieben, mit anderen Einrichtungen, z. B. Kitas oder mit kommerziellen Anbietern an. Manche Berufsbildungszentren oder gemeinnützige Beschäftigungsprojekte betreiben einen Catering-Service. Eventuell ist das Essen bei ihnen etwas billiger als bei kommerziellen Anbietern, außerdem ist es natürlich sinnvoll, solche Projekte zu unterstützen.

Mittagstisch von Profi-Personal im Haus

Diese Möglichkeit empfiehlt sich bei einem umfangreichen Essensangebot wie einem täglichem Mittagstisch. In der Praxis werden oft Hauswirtschafterinnen dafür eingestellt, in Teilzeit oder als 400-Euro-Job, unterstützt durch freiwillige Helfer. Dadurch ist ein verlässliches und umfangreiches Essensangebot möglich, gleichzeitig wird eine hohe Professionalität sichergestellt. Diese Lösung ist allerdings mit höheren Personalkosten verbunden und eine professionelle Küchenausstattung ist erforderlich.

Ausgelagert auf Grundlage einer Verpachtung

Diese Variante eignet sich am besten für große Häuser mit vielen Besuchern und ist eine gute Gelegenheit, Selbstständige bzw. Existenzgründer einzubeziehen. Der Vorteil daran ist, dass die Besucherinnen und Besucher mit Essen und Getränken versorgt werden können, ohne dass sich das Team des Mehrgenerationenhauses inhaltlich sehr damit befassen muss. Zu bedenken ist allerdings, dass das Team auch weniger Einfluss hat und sich mit dem Pächter gut absprechen und mit ihm kooperieren muss. Weil der Pächter auf seine Kosten kommen muss, kann das Essen für die Besucher teurer sein.

Offener Essensbereich auf der Grundlage einer Gaststättenkonzession

Mit dieser – allerdings eher aufwändigen - Lösung kann der Öffnungsansatz am konsequentesten umgesetzt werden, denn mit einer Konzession kann man auch im größeren Stil Essen an Menschen von außen verkaufen. Eine Konzession kann sowohl für die Essensangebote als auch für den offenen Cafébereich gelten. Mit dieser Möglichkeit lässt sich gut auch Personal aus Arbeitsmarktprogrammen einsetzen.

Offener Essensbereich auf der Grundlage einer Lehrküche

Eine Aufgabenstellung eines gemeinnützigen Vereins kann auch sein, einen Lehrküchenbetrieb zur Qualifizierung von Teilnehmern im Rahmen eines Kursangebots zu unterhalten. Die Produkte können als Mittagsangebot im offenen Bereich angeboten werden.

Offener Essensbereich auf der Grundlage eines Satzungsauftrages

In diesem Fall ist in die Satzung ein Passus mit aufzunehmen, der sich z. B. zum Ziel setzt, einen Betrag zur gesunden Ernährung zu liefern oder zielgruppenspezifische Angebote anzubieten. Das könnte dann z. B. ein sozialpädagogisch betreuter Schülermittagstisch oder ein sozialpädagogisch betreuter Generationenmittagstisch sein.

Wie offen soll es sein?

Eine grundsätzliche Frage bei Essensangeboten ist die nach der Offenheit. Wenn alle spontan mitessen können, ist das ein toller Türöffner für neue Besucher und Besucherinnen. Feste Anmeldungen erleichtern allerdings die Organisation und nur hier fällt es auf, wenn jemand nicht kommt, was bei Mittagstischen für Schüler und auch für Senioren sinnvoll sein kann. Ein guter Kompromiss ist die Kombination aus offenem und verbindlichem Angebot, zum Beispiel ein Mittagessen für alle, für das Schüler aber von ihren Eltern angemeldet werden müssen.

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