Generationenübergreifende Angebote – Einstieg
Nutzer und Aktive aus jeder Generation Vom Neben zum Miteinander der Generationen Verständnis und Dialog der Generationen Ersatz für wegfallende Familienstrukturen Möglichkeit, Erfahrungswissen aktiv weiterzugebenNutzer und Aktive aus jeder Generation
Der Name ist Programm: Ein Mehrgenerationenhaus ist immer ein Ort für mehrere, idealerweise natürlich für alle Generationen! Nicht nur die Nutzer, sondern auch die Aktiven im Haus sollten vom Alter her bunt gemischt sein. Jede Altersgruppe hat spezielle Ideen und auch Ansprüche an ein Mehrgenerationenhaus. Deshalb sollen alle Generationen von älteren Kindern und Jugendlichen bis zu den Hochbetagten die Angebote im Haus mitgestalten, Aufgaben und Verantwortung übernehmen und mitentscheiden können. Das dies in den meisten Mehrgenerationenhäusern bereits gut gelingt, haben Auswertungen der Wirkungsforschung ergeben, die belegen, dass in über 60 Prozent aller Angebote die Generationen gemeinsam aktiv sind.
Vom Neben- zum Miteinander
In fast allen Mehrgenerationenhäusern gibt es bereits gezielte Angebote für die einzelnen Generationen. Hier werden die spezifischen Interessen und Bedürfnisse der verschiedenen Lebensalter direkt angesprochen. Sie sind ein wichtiger und wertvoller Bestandteil in jedem Mehrgenerationenhaus. Noch schöner ist es natürlich, wenn sich Angebote an mehrere Altersgruppen gleichzeitig richten, wie zum Beispiel ein Mittagstisch für Schüler und Senioren. Die intensivsten Begegnungen entstehen, wenn die Menschen verschiedenen Alters etwas gemeinsam füreinander tun, Jung für Alt oder Alt für Jung. Hier gibt es in einigen Häusern gute Angebote und Ideen, wie Computerkurse von Jugendlichen für Senioren oder Nachhilfestunden von Rentnern für Schüler.
Verständnis und Dialog der Generationen
Der Austausch der Generationen klappt oft nicht mehr von selbst, deshalb sind heute gezielte Angebote nötig, um den Dialog zwischen den verschiedenen Altersstufen zu fördern. Insbesondere bestimmte Gruppen, zum Beispiel Jugendliche und Senioren, kommen oft nur schwer von selbst zusammen. Zu groß sind die Unterschiede in der Lebensweise und meist sind auch Vorurteile tief verwurzelt. So denkt manch ältere Dame: „Jugendliche sind laut und unhöflich“ und viele junge Leute haben den Eindruck:„alte Leute beschweren sich immer nur.“ Im Mehrgenerationenhaus können gezielte generationenübergreifende Angebote helfen, das Verständnis für die jeweils andere Generation zu erhöhen. Vor allem der Wunsch etwas gemeinsam mit der mittleren Generation, also den Erwachsenen mittleren Alters, zu machen, ist bei jungen und älteren Besuchern des MGH gewünscht. Die Wissenskarten der Wirkungsforschung fassen hierzu Ergebnisse aus den Erfahrungen von MGH zusammen.
Ersatz für wegfallende Familienstrukturen
Moderne Familienstrukturen sind zunehmend so aufgebaut, dass die Generationen in getrennten Haushalten und oft sogar in verschiedenen Städten leben. Nur sehr selten leben heute in Deutschland noch mehr als zwei Generationen unter einem Dach. Das Zusammenleben verschiedener Generationen einer Familie ist jedoch nach wie vor von großer Bedeutung für das Aufwachsen und die Betreuung von Kindern sowie die Pflege älterer Personen. In den Mehrgenerationenhäusern sollen durch generationenübergreifende Angebote diese fehlenden Strukturen der Großfamilie ersetzt und wieder belebt werden, indem hier ein Ort entsteht, an dem die Generationen wieder enger in Kontakt treten und für einander da sein können.
Möglichkeit, Erfahrungswissen aktiv weiterzugeben
Jede Generation besitzt spezielle Fähigkeiten und hat wertvolle Ressourcen zur Verfügung - diese füreinander aktiv zu nutzen, sollte das Ziel in jedem Mehrgenerationenhaus sein! So können Senioren beispielsweise in Geschichtswerkstätten jungen Menschen davon erzählen, wie sie früher gelebt haben und ihnen so ein Stück lebendige Geschichte vermitteln. In Kochworkshops können junge Leute von der älteren Generation Tricks und Kniffe beim Kochen lernen und auf der anderen Seite besteht zum Beispiel die Möglichkeit, dass Jugendliche Senioren dabei helfen, sich in einem hochtechnisierten Alltag zurecht zu finden, indem sie ihnen Funktionsweisen von Elektrogeräten wie Handys oder Computern erklären.
Stand: Mai 2011, Verfasser: SAG
Neu: Das Kapitel als pdf
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Generationenübergreifende Angebote






